März 2020

Ich freute mich riiieeesig auf das Jahr 2020 und meine bevorstehende Hochzeitssaison. Irgendwo in China war ein Virus ausgebrochen, aber das war ja weit weg. Auch wenn in Deutschland einige Idioten das Toilettenpapier aufkauften, war ich mir sicher, dass uns das nicht betreffen würde.

Doch plötzlich fand ich mich in einer völlig anderen, fremden und absolut unheimlichen Welt wieder. Man solle zu Hause bleiben. In Italien starben Tausende innerhalb 24 Stunden… Was war da los?

Plötzlich wurde mir bewusst, was das für unser Leben für Auswirkungen haben würde und auf die Wirtschaft; also auch auf mein kleines Unternehmen. Mein Traum, den ich mir gerade dabei war zu erfüllen, platzte!

Ende April sollte meine Hochzeitssaison mit so vielen tollen, sympathischen Menschen starten. Doch nun beherrschte dieses Virus die Welt und ans Heiraten war überhaupt nicht zu denken. Wenn überhaupt nur zu zweit, ohne Familie, Freunde und natürlich ohne Fotograf, Caterer, DJ usw.

Eins meiner Paare, mit dem auch meine Saison starten sollte, rief mich an und teilte mir mit, dass die Hochzeit – eine freie Trauung – nicht stattfinden würde. Ob sie standesamtlich heiraten können, wussten sie noch nicht.

Ende März stand fest: die beiden können standesamtlich heiraten, alleine. Als die beiden mich fragten, ob es möglich wäre ein kleines Paarshooting am Abend zu machen, war das für mich selbstverständlich. Diese kleine Freude wollte ich den beiden unbedingt machen. Sie sollten wenigstens ein paar schöne Bilder vom Tag ihrer Hochzeit haben.

Leute, ich hatte so Schiss, als ich zu ihnen gefahren bin, habe mir überlegt was ich sagen könnte, falls mich die Polizei anhält. Andererseits bin ich Dienstleister und die durften die ganze Zeit arbeiten. Keiner war sich sicher, was man nun eigentlich durfte und was nicht. Da wir an der frischen Luft waren, den Abstand eingehalten haben und die beiden aus einem Haushalt kommen, sollte es aber eigentlich kein Problem gewesen sein. Trotzdem hatte man permanent ein blödes Gefühl und auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen.

Ich bin trotz allem froh, dass wir das Shooting umgesetzt haben und ich den beiden so den Tag noch etwas verschönern konnte.

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